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Entstehung der früheren Verbände

Nach dem 2. Weltkrieg, als ein deutlicher Bevölkerungszuwachs durch den Zustrom der Heimatvertriebenen einsetzte, gewann die Trinkwasserversorgung immer mehr an Bedeutung, denn durch einen deutlichen Mehrverbrauch wurde mancherorts das Wasser knapp.  Durch den Wiederaufbau der zerstörten Heimat und dem Einsetzen eines wirtschaftlichen Aufschwungs kam die Bautätigkeit, wie überall, auch in unseren Orten ins Rollen.  Die Gemeinden wurden von Seiten der Behörden aufgefordert, für eine der Zeit entsprechende Trink- und Brauchwasserlieferung zu sorgen.  Bei der Erschließung von Baugebieten wurde dies zur Grundvoraussetzung gemacht.  Aus dieser Situation heraus entstanden Anfang der 60er Jahre "kleine Wasserzweckverbände" in denen sich Nachbargemeinden zusammenschlossen.

Wasserzweckverband "Kadeltshofen-Roth"

So entstand im Rothtal der Wasserversorgungsverband "Kadeltshofen-Roth" mit dem Zweck, die Bevölkerung dieser Orte mit einwandfreiem Wasser zu beliefern.  Dieser Verband wurde am 17. 12. 1963 unter Anerkennung der Satzung des Landratsamtes Neu-Ulm vom 26. 11. 1963 gegründet.  Die dazu anberaumte Versammlung wählte

als 1. Vorsitzenden: Bürgermeister Johann Hartner (Kadeltshofen),

als 2. Vorsitzenden: Bürgermeister Theodor Kast (Roth),

als Vorstandsmitglieder:

Franz Schreiber (Kadeltshofen),

Anton Fahrenschon (Schriftführer/Kadeltshofen),

Arnold Kling (Kassenverwalter/Roth), Josef Vikari (Roth).

Am 4. 3. 1964 beauftragte der Zweckverband das Bayerische Landesamt für Wasserversorgung und Gewässerschutz mit der Durchführung der Grundwassererschließung.  Am 29.4.1964 wurde die Firma Etschel und Meyer aus Hof mit der Hauptbohrung westlich der Roth, bei den Krautgärten in Kadeltshofen, zum Preis von 24.100 DM beauftragt (800 mm Endlichtweite, 20 Meter Tiefe, Ausbau und Pumpversuch). Am 24.6.1964 wurde einstimmig beschlossen, den Markt Pfaffenhofen und die Gemeinde Erbishofen auf Antrag in den Zweckverband aufzunehmen.  Begründung: Die Wasserversorgungsverhältnisse in Pfaffenhofen und Erbishofen sind vor allem wegen des fortschreitenden Neubautenzuwachses nicht mehr ausreichend, deshalb die Auflage, dem bereits bestehenden Verband "Kadeltshofen - Roth"  beizutreten. Der Aufnahme wurde unter der Voraussetzung zugestimmt, daß der Markt Pfaffenhofen vorher die Auseinandersetzungsverhandlungen mit der seit 1926 bestehenden örtlichen Wassergenossenschaft führt und abschließt. Die beabsichtigte Brunnenbohrung 1964 in Kadeltshofen kam nicht mehr zur Ausführung, da im selben Jahr die Ölleitung Genua - Ingolstadt gebaut wurde, welche unser Gebiet durchquert.  Daher wurde für den Brunnen, der im Einzugsgebiet der Grundwasserströmung gebaut werden sollte, keine Genehmigung erteilt.  Da auf Seiten der Behörde die Förderung größerer Verbände Vorrang besaß, wurde nach monatelangem Zögern in der Verbandsversammlung vom 11.8.1965 die Auflösung des Verbandes beschlossen und die Bildung des Zweckverbandes zur Wasserversorgung der "Rothtalgruppe" angestrebt.

Wasserzweckverband "Rothtal-Gruppe"

In der Verbandsversammlung vom 5.10.1965 wurde mit den Gemeinden Erbishofen, Kadeltshofen, Roth und Pfaffenhofen unter vorhergehender Zustimmung der Gemeinderäte der Zweckverband zur Wasserversorgung der "Rothtal-Gruppe" gegründet. Zum 1. Vorsitzenden wurde Franz Walz aus Diepertshofen und zum 2. Vorsitzenden Bürgermeister Johann Hartner aus Kadeltshofen gewählt.  Weiter bestand der Verband aus 6 Vorstandsmitgliedern sowie 16 Mitgliedern in der Verbandsversammlung. Die Gemeinde Volkertshofen lehnte den Beitritt ab, ebenso die Gemeinde Berg, welche eine seit 1921 bestehende Anlage besaß.  Als erste Vorhaben wurden 1965 - 1968 durchgeführt:

Ankauf eines Grundstückes in der Volkertshofer Flur für Grundwassererschließung und Bau von zwei Tiefbrunnen, Rohrleitungen und Anschlußleitungen, Fertigstellung 1965, Inbetriebnahme 27.10.1969. Die Gesamtkosten betrugen insgesamt DM 346.400. Die Verbandsgemeinden brachten dazu Vorschußleistungen in Höhe von DM 84.000 ein. 1966 kam der 1. Vorsitzende Franz Walz bei einem Verkehrsunfall ums Leben.  Danach wurde der Verband vom 2. Vorsitzenden verwaltet.  Eine Neuwahl wurde nicht mehr durchgeführt, weil zu diesem Zeitpunkt bereits die Bildung eines größeren Wasserzweckverbandes vorgesehen war. 

Wasserzweckverband "Biber- und Osterbach-Gruppe"

Zur Schaffung einer zentralen Gruppenwasserversorgung für die Gemeinden Balmertshofen, Biberberg, Niederhausen, Oberhausen und Wallenhausen fand am 8.3.1963 in Oberhausen eine gemeinsame Aufklärungsversammlung statt, wo das Wasserwirtschaftsamt Günzburg, vertreten durch Herrn Ing.  Zech und Reg.Oberinspektor Hampp vom Landratsamt Günzburg, für alle diesbezüglichen Fragen zur Verfügung standen. Die bestehenden Verhältnisse reichten oft nicht mehr aus.  In manchen Hausbrunnen wurde das Wasser knapp, vor allem in trockenen Jahreszeiten.  Verschärft wurden die Probleme durch die zunehmende Bautätigkeit.  Trotz einiger Bedenken wurde vereinbart: Die Gemeinden des Biber- und Osterbachtales machen sich die Schaffung einer einwandfreien Trink- und Brauchwasserversorgung zur Aufgabe.  Der Abschluß einer Grundwassererschließung trat in ein entscheidendes Stadium. Am 16. 8.1963 wurde die Bildung des Zweckverbandes der "Biber- und Osterbach-Gruppe" beschlossen, das Landratsamt Neu-Ulm als zuständige Behörde billigte die Verbandssatzung. Zum 1. Vorsitzenden wurde Hubert Hampp (Oberhausen) gewählt.  Vorstandsmitglieder waren die Bürgermeister Josef Vogeser (Balmertshofen), Ernst Sälzle (Biberberg), Josef Bittner (Niederhausen), Franz Gossner (Oberhausen), Andreas Warganz (Wallenhausen). Als erste Baumaßnahme mußte im Rahmen des Ausbaues der Gemeindeverbindungsstraße Ettlishofen - Biberberg 1965 die Hauptleitung in diesem Teilstück verlegt werden.  Kosten DM 98.100. Weiter waren die Erschließung von zwei Tiefbrunnen (107 und 24 Meter) vorgesehen, welche 1964/65 zur Ausführung gelangten.  Zur gleichen Zeit wurden in Oberhausen Probebohrungen durchgeführt.  Die Gesamtkosten beliefen sich auf DM 149.875.